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Digital Leadership: Wie der Change im Unternehmen vorangetrieben werden kann

Digital Leadership: Wie der Change im Unternehmen vorangetrieben werden kann

Ein erfolgreicher Leader ist nicht zwangsläufig jemand, der automatisch die Antwort auf alle Fragen kennt, vielmehr kennt er den Weg, über welchen er die Antworten bekommen kann. Das erfordert drei Dinge:

erstens: der Leader ist in der Lage, ein gemeinsames Verständnis für Fakten und Probleme zu schaffen, sodass diese allgemein verständlich sind. 

zweitens: Er ist bereit, neue Wege zu erproben und aus den Ergebnissen zu lernen, um am Ende eine Richtung für das Unternehmen bestimmen zu können. 

drittens: Er ist in der Lage, schnell und agil zu handeln, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen geht, welche sich in den Tests als vielversprechend erwiesen haben.

Die selben Prinzipien also, welche bei großartiger Customer Experience bspw. im E-commerce zum Tragen kommen: Das heißt Einblicke in das Verhalten der Kunden zu bekommen, um das Problem zu identifizieren, dann testen, um die best mögliche Lösung zu finden, gefolgt von schneller Implementierung und  der Umsetzung als massentaugliche Maßnahme. Märkte wandeln sich schneller als wir lernen können, daher gilt: enger Kontakt zum Kunden bedeutet vor allem Nähe zum Markt und den sich verändernden Bedingungen und die Chance, diese Veränderungen schneller zu erkennen und sich schneller darauf einzustellen als die Konkurrenz. 

Das nachfolgende Modell soll helfen, sich aktiv mit organisatorischem Wandel zu beschäftigen und eine Antwort auf die sich wandelnden Märkte zu geben. Wir gehen davon aus, dass effektive Leadership in einer digitalen Welt auf folgenden Fähigkeiten aufgebaut ist: 

Reflektieren: Identifizieren und Reflektieren von Hauptaufgaben und die anschließende Planung, wie mit diesen umgegangen werden kann.

Visionieren: Die Erstellung einer überzeugenden Vision für die Zukunft des Unternehmens. 

Andere einbinden und führen: Einbindung von Fähigkeiten und Potenzialen der Mitarbeiter, um die Vision in die Realität umzusetzen. 

Den Fokus auf Ergebnisse legen: Das Ziel klar vor Augen führen und Anpassungen vornehmen, um aus Tests neue Wege zur Realisierung der Vorgaben zu finden. 

Testen und lernen: Experimente basierend auf Kunden und Markt. Einblicken, um die besten Lösungen zu identifizieren. 

Offen kommunizieren: Offenheit gegenüber unterschiedlichen Meinungen und Ideen, welche möglicherweise zum Erreichen der Ziele führen. 

An Werten und Zielen festhalten: Werte, Ziele, Ergebnisse sowie deren Status sollten schonungslos kommuniziert werden und vor aufkommenden Konflikten sollte nicht aus dem Weg gegangen werden.  

Motivation und Energie erhalten: Verständnis für Zeit und Energie, welche für den Change-Prozess notwendig sind und die Fähigkeit, die Motivation aller Beteiligten zu erhalten. 

Ausgehend von diesem Modell, können notwendige Fähigkeiten und Verhaltensmuster des effektiven Leaders abgeleitet werden. Um als Leader erfolgreich zu sein, benötigen Manager starke kommunikative Fähigkeiten, die Fähigkeit Menschen zu begeistern und vom Wandel zu überzeugen, sowie die Standhaftigkeit, wenn es um festgelegte Ziele und die Vision für das Unternehmen geht, auch in Zeiten, in denen sichtbare Erfolge scheinbar noch in weiter Ferne liegen. Neben dem Management eines Unternehmen ist ein weiterer, nicht zu unterschätzender Aspekt das Selbstmanagment eines Leaders: er muss sich die Zeit einräumen, um einerseits mit der notwendigen Kreativität die Probleme des Unternehmens zu überdenken und andererseits muss er die Zeit finden, sein eigenes Handeln zu reflektieren und dies mit den gesetzten Zielen abzugleichen. 

Wie kann Change denn nun gelingen? 

Der Leader gibt den Weg vor, denn er weiß wo es hingehen soll. Eine strategische Herangehensweise für diese Zielsetzung bietet sich an. Die folgende Übersicht zeigt die notwendigen Elemente auf:

  • Kultur
  • Fähigkeiten 
  • Funktionen

 

Am Anfang steht die Definition einer Unternehmenskultur und der Prozess endet mit den verschiedenen Aspekten der Unternehmensstruktur. In organisatorischen Change Prozessen folgt die Form immer der Funktion. Erfolgsversprechende Unternehmenskultur in Zeiten des schnellen Wandels beinhaltet Werte wie Vielfältigkeit, Experimtierfreudigkeit, Erkundung und die Bereitschaft, Risiken einzugehen und aus Fehlern zu lernen. Dazu zeigt sich, dass die erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit, in gewisser Weise geradezu besessen von ihren Kunden und deren Verhalten bzw. Umgang mit dem Angebot des Unternehmens sind. Eine offene Kultur bedeutet, sich auf Neues einzulassen, sich ständig weiterzuentwickeln und sich von veralteten Strukturen und Prozessen zu lösen, Dinge nicht so zu machen, wie sie immer gemacht wurden, sondern neue Wege für neue Probleme zu finden. 

Eine erfolgreiche Unternehmenskultur hinterfragt ständig den Status-quo und akzeptiert keine starren Annahmen über die Welt sondern fördert neue Meinungen auf Basis von Daten und Experimenten. Diese Umgebung setzt auf Leistungsbereitschaft und macht den Mitarbeitern klar, dass ihr persönlicher Erfolg wichtig für den Gesamterfolg des Unternehmens ist. Erfolgreiche Unternehmenskultur ist eine Kultur der Kollaboration und Zusammenarbeit, bereichsübergreifende Konflikte und „not invented here“ -Verhalten finden in ihr keinen Platz. 

Leader müssen identifizieren, welche Verhaltensmuster sie innerhalb ihrer Teams fördern wollen und herausfinden, wie sie dies am besten tun.Ein Vorgang, der auf verschiedenen Ebenen von großer Bedeutung für das Unternehmen ist. Einerseits hilft er bei der Festlegung von Standards und Feedbackprozessen, andererseits lässt sich so ein genaues Bild von der Zukunft des Unternehmens zeichnen. 

Fähigkeiten unterteilen sich in technische und persönliche. Nehmen wir das Beispiel der großartigen Customer Experience im E-commerce, hier werden die benötigten technischen Fähigkeiten schnell klar: Generierung von Einblicken in Kundenverhalten und Marktsituation, das Kreieren von Hypothesen und die Durchführung von Tests zur Überprüfung dieser Annahmen. Analytische Fähigkeiten und Kreativität bei dem Design einer besseren Customer Experience. 

Persönliche Fähigkeiten reichen von Kommunikationsgeschick über das Erkennen und Beschreiben von Problemen bis hin zum Einhalten festgelegter Standards bei der Analyse von Prozessen und Daten. 

Es geht um die Veränderung von Organisation

Der Aspekt der Funktion befasst sich mit interner und externer Ressourcenverteilung, sowie mit der Frage, welche Prozesse und Investitionen den größten Nutzen mit sich bringen. Es gibt einige Fähigkeiten, die im Kern eines Unternehmens vorhanden sein sollten, andere Fähigkeiten jedoch können extern hinzugezogen werden. Diesen Aspekt übersehen viele Unternehmen und es entsteht ein Ungleichgewicht in der Balance zwischen externen und internen Fähigkeiten, welche zu viel Fehlkalkulationen und zu hohen Investitionen führen kann. Im Bereich der E-commerce Customer Experience entsteht diese Lücke meist dort, wo ein klarer strategischer Prozess, welcher die Marke, Einblicke in Kundenverhalten, Produktentwicklung, IT und Vertrieb zusammenbringt, fehlt. Das Schließen dieser Lücke ist die Aufgabe des Leaders, er muss die einzelnen Bereiche vereinen und die festgelegten Ziele und Visionen verkörpern.

Change verlang einen Plan und die Leadershipqualitäten, diesen umzusetzen

Damit Change gelingen kann, braucht es einen Leader, der identifiziert, wo der Change überhaupt stattfinden muss, um die Ziele zu erreichen und die Vision zu realisieren. Die nachfolgenden Punkte zeigen beispielhaft, welche Schritte in diesem Wandlungsprozess von größter Bedeutung sind:

Prozess und gemeinsames Ziel: Klarheit darüber zu schaffen, wo das Unternehmen in Zukunft stehen soll, bedeutet, dass alle an einem Strang ziehen und auf dieses Ziel hinarbeiten. 

Ressourcen Allokation: Wenn etwas nicht funktioniert sollte kein weiteres Geld und keine zusätzliche Zeit in diese Sache investiert werden. Gerade im E-commerce ist alles messbar, falls nicht, sollten auch hier weitere Investitionen in Frage gestellt werden. Das freigesetzte Budget kann dann, sinnvoller an anderer Stelle verwendet werden, bspw. in neue Tests. Wenn diese erst einmal positive Ergebnisse liefern, können weitere Investitionen, darauf aufbauend, folgen. 

Fähigkeiten: Wie wir bereits geklärt haben, funktioniert Change nur, wenn die dafür benötigten Fähigkeiten vorhanden sind. Sei es im eigenem Team oder durch externe Dienstleister. 

Kultur: Der Erfolg des Change Prozesses ist stark abhängig davon, ob die Beteiligten ihr Handeln an den neuen Verpflichtungen und Aufgaben ausrichten und diese einhalten. Langfristiger und grundlegender Change muss früh geplant werden und die kulturellen Rahmenbedingungen müssen jedem im Unternehmen klar sein. 

Struktur: In einer Welt, die sich schneller ändert als wir uns anpassen können werden Unternehmensstrukturen, Strategien und Prozesse zunehmend unklarer und somit zwangsläufig flexibler. Das Ziel ist es, eine Organisation zu erschaffen, die ihre Sicherheit aus klaren Zielen und starken Werten zieht. Daran muss sich jeder Mitarbeiter individuell und jedes Team für sich selbst, anpassen. 

 

 

Jonathan Habicht (@habichtjonathan) | Facebook | Instagram |